Thermoanalyse und Rheologie: Methoden zur Bewertung und Optimierung der Rezyklatqualität
Dr. Natalie Rudolph, NETZSCH-Gerätebau GmbH
Die Qualität von Kunststoffrezyklaten kann stark variieren, was ihre Verarbeitung und Leistung unvorhersehbar macht. Eine gezielte Analyse der thermischen und rheologischen Eigenschaften ist daher essenziell, um recycelte Materialien optimal zu nutzen. In diesem Vortrag werden die Methoden Differential Scanning Calorimetry (DSC), Thermogravimetrische Analyse (TGA) und Rheologie (Rotations- und Kapillarrheometrie) vorgestellt.
Anhand eines Praxisbeispiels vergleichen wir ein Virgin-Polypropylen (PP) mit zwei Rezyklaten unterschiedlicher Qualität und untersuchen deren thermische Stabilität, Zusammensetzung und Verarbeitungsverhalten. Dabei zeigt sich, dass insbesondere PE-Anteile in PP-Rezyklaten signifikante Auswirkungen auf die Scherviskosität und Dehnviskosität haben – entscheidende Faktoren für die Prozessfähigkeit und Materialeigenschaften.
Die Kombination dieser Analyseverfahren ermöglicht eine fundierte Beurteilung der Rezyklatqualität und liefert wertvolle Entscheidungsgrundlagen für den Ersatz von Virgin-Materialien durch nachhaltige Alternativen.
Key Takeaways:
· DSC, TGA und Rheologie sind unverzichtbare Werkzeuge zur Beurteilung der Rezyklatqualität.
· PE-Anteile in PP-Rezyklaten beeinflussen Verarbeitung und mechanische Eigenschaften signifikant.
· Die Kombination verschiedener Analysemethoden verbessert die Vorhersagbarkeit der Materialeigenschaften.